Krakauer

Bei der Krakauer handelt es sich um eine polnische Wurstsorte, die in ihrem Heimatland „Krakowska“ genannt wird. Hierzulande ist sie schon seit Jahren außerordentlich beliebt, was nicht nur an ihrem herzhaften Geschmack, sondern auch an ihrer Vielseitigkeit liegt.

Herkunft und Geschichte der Krakauer

Wie der Name bereits sagt, stammt diese Wurstsorte ursprünglich aus der polnischen Stadt Krakau. Die Wurstherstellung hat dort eine lange Tradition und einen sehr hohen Stellenwert. In der Vergangenheit war Krakau nämlich über Jahrzehnte der Sitz der polnischen Könige gewesen. Damit diese nur die edelsten und erlesensten Fleisch- und Wurstsorten serviert bekamen, entwickelten pfiffige Metzger und Köche immer neue exquisite Rezepturen. Die Krakauer Wurst zählt in Polen noch heute zu den bekanntesten, erfolgreichsten und köstlichsten Kreationen. Zu uns nach Deutschland gelangte sie bereits zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Damals brachten viele Flüchtlinge die herzhafte Spezialität über die Grenze. Mittlerweile gehört sie zum Standardangebot der meisten deutschen Metzgereien und kommt in vielen Haushalten etwa einmal pro Woche auf den Tisch … entweder kalt zum Frühstück oder Abendbrot oder auch heiß als herzhaftes Mittagsessen.

Zutaten und Inhaltsstoffe

Die Krakauer besteht zum größten Teil aus Schweine- und Rindfleisch, wobei der Schweinefleischanteil grundsätzlich immer überwiegt. Die genaue Zusammensetzung hängt aber jeweils von der einzelnen Rezeptur und dem Hersteller ab, denn mittlerweile ist diese Wurst in unzähligen Varianten erhältlich. Die Fleischmasse wird zunächst mit rund zehn Prozent grobem Speck durch einen Fleischwolf gedreht, bevor sie dann zusammen mit den unterschiedlichen Gewürzen in Naturdärme gefüllt wird. Bei den Gewürzen handelt es sich in erster Linie um Salz, Pfeffer, Piment, Kümmel, einen Hauch Knoblauch sowie etwas Koriander. Teilweise sind in der Krakauer aber auch Paprikapulver und Muskat enthalten. Anschließend wird die Wurst je nach Variante heiß oder kalt geräuchert und danach gegebenenfalls noch gebrüht.

Aussehen und Verwendung

Die Original-Krakauer ist zumeist recht kurz und durchschnittlich vier bis fünf Zentimeter dick. Mit ihrem würzigen Geschmack ist sie, in dünne Scheiben geschnitten, ein sehr beliebter Brotbelag zum Frühstück oder Abendessen. Da sich die Wurst je nach Variante aber auch sehr gut erhitzen lässt, eignet sie sich auch hervorragend als herzhafte Einlage für Suppen oder deftige Eintöpfe.

Hierzulande wird die Krakauer auch sehr gerne gebraten oder gar gegrillt. Auf unzähligen Volksfesten oder Weihnachtsmärkten ist die sogenannte „Riesenkrakauer“ ein fester Bestandteil. Sie wird dann meist mit einem Brötchen oder einer Scheibe Weißbrot sowie Senf serviert. In diesem Fall ist sie aber fast immer deutlich dünner, dafür aber auch länger.

Auch in gastronomischen Betrieben konnte sich die Krakauer längst fest etablieren. In gutbürgerlichen Restaurants, die vor allem auf deftige Hausmannskost setzen, wird die Wurst häufig zusammen mit Kartoffelpüree und Sauerkraut zum Mittagstisch angeboten.

Krakauer Varianten und Unterschiede

Bemerkenswert ist, dass es sich bei der Krakauer in unseren Nachbarländern Österreich und Schweiz um eine vollkommen andere Wurst handelt. Dort wird eine grobe Brühwurst, die optisch und geschmacklich viel eher an den uns bekannten Bierschinken erinnert, als Krakauer bezeichnet.

Eine auch in Deutschland übliche Variante ist dagegen die sogenannte Rohe Krakauer, die relativ schnittfest und grobkörnig ist. Nachdem diese Würste etwa 24 Stunden lang kalt geräuchert wurden, müssen sie anschließend noch einige Tage reifen, bevor sie verzehrt werden können. Diese Variante können Sie besonders gut als Brotbelag verwenden, da sie sich ganz leicht in dünne Scheiben schneiden lässt.

Kalorien und Nährwerte

100 Gramm Krakauer haben je nach Rezeptur bis zu 300 Kalorien. Kohlenhydrate sind in dieser Wurst nicht enthalten, der Anteil an Proteinen liegt bei etwa 20 Prozent. Mit rund 24 Prozent hat die Krakauer zudem einen relativ hohen Fettanteil.

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