Bratwurst

Die Bratwurst gehört längst zu den typischen Kulturgütern Deutschlands, weshalb dieses Wort auch im Ausland übernommen worden ist. Doch Bratwurst ist nicht gleich Bratwurst, da es diese bekannte Wurst in einer großen Vielfalt gibt. Deutliche regionale Unterschiede sind zu erschmecken, die sich in der Herstellung und in den Zutaten begründen. Dadurch bekommt die Bratwurst eine regionale Identität, was ihre große Beliebtheit unterstützt.

Eine Wurst mit langer Geschichte

Bereits im 11. Jahrhundert ist die Bratwurst in Deutschland zum ersten Mal schriftlich erwähnt worden. Damals trug sie den Namen „Pratwurst“. In der Zeit des Mittelalters verstärkte sich die Zusammenarbeit zwischen Gastronomen und Metzger, was zu einer Verfeinerung der Bratwürste führte. Legendäre Wurstkämpfe sind ausgetragen worden, bei denen das Ziel gewesen ist, die längste und schwerste Wurst herzustellen. Aufgrund der großen Beliebtheit dieser schmackhaften Wurst mussten sie vor Dieben sorgsam geschützt werden und Ratsherren fixierten ihre regionalen Herstellungsverfahren. Zu den berühmten Bratwurstliebhabern der vergangenen Jahrhunderte gehören beispielsweise Martin Luther und Johann Wolfgang von Goethe. Auch heute gehört sie dank ihres ausgezeichneten Geschmacks noch immer zu den sehr beliebten Wurstsorten. Nach Studien des deutschen Fleischverbandes konsumiert jeder Einwohner Deutschlands pro Jahr 2,7 kg, was sich auf eine Gesamtsumme von 122.000 Tonnen Bratwurst beläuft.

Die rohe Bratwurst

Die Bratwurst erhielt ihren Namen durch die Herstellungsweise. So werden Därme mit gefülltem Brät gestopft, bei dem es sich um rohes Fleisch mit Gewürzen handelt. Anschließend wird die Wurst gebraten. Da sie so nicht wärmebehandelt ist, hat sie nur eine geringe Haltbarkeit. Durch die Zerkleinerung von Schweinefleisch mithilfe einem Fleischwolf und dem Untermischen von Gewürzen erhält die Wurst ihre typische Konsistenz und Farbe. Gelegentlich wird statt dem Fleisch vom Schwein auch Rindfleisch, Lammfleisch oder Kalbfleisch eingesetzt. Diese sind kräftig im Biss und haben nach dem Braten eine Fleischstruktur, die an Hackfleisch erinnert. Wie der Geschmack und der Energiegehalt der jeweiligen Wurst ist, hängt entscheidend von der regionstypischen Herstellung und der Fleischsorte ab. Die frischen Bratwürste gehören zu der Kategorie Frischfleisch.

Die gebrühte Bratwurst

Aufgrund der schnellen Verderblichkeit hat die gebrühte Bratwurst an Bedeutung gewonnen. Das Brät setzt sich aus Fleisch, Gewürzen und Speck zusammen. Die Wurstmasse selbst wird im Unterschied zur rohen Bratwurst mit einem Zusatz von Trinkwasser und einer Zubereitung im Kutter stark zerkleinert. Dadurch entsteht eine feine, nahezu breiige Konsistenz. Dieses Brät wird im Anschluss in Därme gefüllt und durch Abdrehen auf die erforderliche Länge gebracht. Danach wird sie für eine bessere Haltbarkeit gebrüht und abgepackt. Wie eine frische Bratwurst kann die Brühwurst wie gewohnt auf dem Grill oder in der Pfanne geröstet werden, bis ihre Wursthülle die charakteristische Bräunung erhält.

Eine große Vielfalt an regionalen Bratwürsten

Die regionale Vielfalt an Bratwürsten ist in Deutschland riesig, wobei zu den bekanntesten die Thüringer und die Nürnberger Bratwurst gehören. Sie unterscheiden sich vornehmlich hinsichtlich des Geschmacks, der Länge und der Dicke. Einige Bezeichnungen wie die weltbekannte Nürnberger Bratwurst sind sogar rechtlich geschützt. Sie ist mit einer Länge von circa 8 bis 10 Zentimetern deutlich kürzer als der Wurstgigant Coburger, der um die 32 Zentimeter lang ist. Inklusive der vielen Spezialitäten und regionalen Sorten kann der Bratwurstfan allein innerhalb Deutschlands zwischen rund 100 Variationen wählen. Einige sind sogar ohne Darm erhältlich. Für welche Sorte sich auch entschieden werden mag, das Grundrezept besteht meist aus den Gewürzen Pfeffer, Majoran und Salz.

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